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Adobe KI identifiziert manipulierte Bilder

Adobe ist bekannt für Software wie Photoshop, mit der Fotos bearbeitet und manipuliert werden können. Aktuell plant das Unternehmen eine vollständige Photoshop Version für das iPad. Jetzt gab Adobe bekannt, derzeit an einem Projekt zu arbeiten, welches genau das Gegenteil bewirken soll.
Adobe verwendet maschinelles Lernen sowie künstliche Intelligenz (KI), um verfremdete und manipulierte Bilder zu identifizieren. Basierend auf Datensätzen von tausenden manipulierten Fotos wird die Adobe KI darauf trainiert, Bildmanipulationen zu erkennen und zu markieren.

Wird ein Bild verändert, hinterlässt das immer Spuren. Adobes KI verwendet verschiedene Techniken, um nach Artefakten dieser Modifikationen und Unregelmäßigkeiten zu suchen. Etwa nach minimalen Abweichungen beim Bildrauschen. Sogenannte Rauschmuster in Bildern sind oft einzigartig für Kameras, Sensoren oder Fotos und werden durch eine Bearbeitung unterbrochen. Gleichzeitig wird nach Änderungen des roten, grünen und blauen Farbwerts von Pixeln gesucht. Daran lässt sich zum Beispiel erkennen, ob Pixelbereiche mit exakt gleichem Farbmuster an einer anderen Stelle im Bild erneut auftauchen. Was manuell Stunden dauern würde, schafft die Software laut Adobe innerhalb von Sekunden.

Dabei ist die KI darauf trainiert nach drei Arten von Manipulationen zu suchen.

„Unsere Methode erkennt nicht nur Manipulationsartefakte, sondern unterscheidet auch zwischen verschiedenen Manipulationstechniken.”
Vlad Morariu, Senior Research Scientist bei Adobe

Klonen oder Kopieren, also wenn Objekte innerhalb eines Bildes kopiert und an anderer Stelle wieder eingesetzt werden.

Zusammenfügen von mehreren Bildern oder Bildelementen zu einem neuen Bild.

– Sowie entfernen von Objekten aus einem Bild und entsprechend retuschierte Bildbereiche.

Br24 Blog Adobe KI: Bilder zeigen wie Adobe KI drei verschiedene Arten der Fotomanipulation erkennt (kopieren, zusammenfügen, entfernen)

In vielen Bereichen ist Bildbearbeitung und -manipulation gängige Praxis. Zum Beispiel Fotografie, Kunst, E-Commerce, Werbung, Marketing oder Druck. Hier werden Bildretusche, Farbkorrektur, Freisteller, Composing und mehr normalerweise problemlos für die meisten Bilder genutzt.
In anderen Bereichen und Situationen ist die Manipulation von Bildern dagegen problematisch. Etwa im Fotojournalismus, bei Fotos von Politikern oder Berühmtheiten oder bei Bildern die zur Strafverfolgung verwendet werden. Immer wieder tauchen manipulierte und gefälschte Bilder auch in der Diskussion über sogenannte „Fake News” auf. Und moderne Bildmanipulationen werden immer besser.

Adobe selbst merkt an, dass die Technik aktuell noch nicht perfekt ist, aber großes Potenzial hat. Wir sind auf jeden Fall auf die weitere Entwicklung und die Einsatzmöglichkeiten dieser Software gespannt. Neuigkeiten dazu, erfahren Sie natürlich bei uns im Blog.