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Das neue Potenzial von Smartphone-Fotos

Gute Fotos kann man nur mit einer guten Kamera machen? Sicher, die Ausrüstung spielt eine wichtige Rolle. Doch eine gute Kamera alleine ist noch keine Garantie für gute Fotos, denken Sie etwa an Wissen über Funktionen oder auch Kreativität.
Aber gute Fotos mit einer Smartphone-Kamera? Stoff für viele Diskussionen. Und ein Nachteil wird immer wieder erwähnt: Smartphone-Bildern fehlt es an Schärfentiefe. Die Bildbereiche werden fast alle scharf dargestellt, was die Fotos eindimensional wirken lässt und den bekannten Bokeh-Effekt unmöglich macht. Der optische Effekt der Schärfentiefe erfordert traditionell große Linsen sowie die Kontrolle der Blende.

Im Zeitalter der computergestützten Fotografie werden moderne Technologien wie Dual-Kameras mit maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz kombiniert. Um mit Smartphones und Apps etwas zu erreichen, was bisher nur durch optische Prozesse z.B. in DSLR Kameras möglich war.

Tiefendaten spielen hier eine wichtige Rolle. Viele Smartphones bzw. Apps machen nicht mehr nur Bildern, sie sammeln gleichzeitig eine Menge Daten. Um diese anschließend für die digitale Bildbearbeitung zu nutzen. Und Informationen über die Tiefe sind entscheidend, denn die Unschärfe eines Bildbereichs hängt von seiner Entfernung zur Kameralinse ab.

Aus den gesammelten Daten wird eine sogenannte Tiefenkarte erstellt. Und mit einer Tiefenkarte lässt sich bestimmen, was im Vordergrund und was im Hintergrund eines Bildes ist. Und ob ein Objekt vor oder hinter einem anderen Objekt positioniert ist.
Damit wird es möglich, nachträglich den Effekt der Schärfentiefe zu imitieren, entfernte Objekte und den Hintergrund unscharf erscheinen zu lassen sowie sogar diese Unschärfe zu kontrollieren. Auch der Fokuspunkt oder die Ausleuchtung des Fotos kann nach der Aufnahme noch verändert werden. Anstelle flacher 2D-Bilder lassen sich so Bilder mit 3D-Effekt erzielen.

Br24 Blog Potenzial Smartphone-Fotos: Zwei Fotos mit Deko-Fahrrad und Br24 Visitenkarten, links: ohne Tiefenwirkung, rechts: mit Tiefenwirkung

Viele Smartphones und Apps nutzen heute schon Tiefenkarten Technologie, mit vielversprechenden Ergebnissen. Wir etwa die aktuellen iPhones (7 Plus, 8 Plus und X), Google Pixel 2 oder Apps wie Portrait, Google Kamera, img.ly und Focos.
Die Technik hat jedoch auch Einschränkungen. Sind etwa Objekte zu weit von der Kamera entfernt, kann die Tiefe nicht mehr bestimmt werden. Die Reichweite einer nachträglichen Fokusänderung ist stark vom Bild abhängig und nicht annähernd so groß wie im Moment der Aufnahme. Liegt beispielsweise der Fokus auf einem Motiv im Vordergrund, sind die Möglichkeiten den Fokus auf den Hintergrund zu verändern entsprechend eingeschränkt. Auch lassen sich mit den weitaus komplexeren Objekten von Spiegelreflexkamera immer noch bessere und gleichmäßigere Ergebnisse hinsichtlich Schärfentiefe und Fokussierung erlangen.

Das Potenzial hinter diesen Technologien ist auf jeden Fall groß. Und wir sind gespannt, welchen weiteren Nutzen die neuen Tiefen-KIs in Zukunft bringen werden.

Ob Sie Ihre Bilder mit einer Kamera oder einem Smartphone machen – professionelle Bildbearbeitung und -retusche sollte keinesfalls fehlen.

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