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Ausgewogene Bildkompositionen erstellen

Was macht ein Bild zu einem guten, zu einem perfekten Bild? Ist es das Motiv, die Farbe, die Kamera, der Winkel der Aufnahme, die Nachbearbeitung? Es gibt viele entscheidende Faktoren. Einer der wichtigsten ist die Bildkomposition. Die Bildkomposition ist die Struktur eines Bildes. Welche Elemente sind in einem Bild vorhanden, wie wirken diese zusammen und wie nimmt der Betrachter diese wahr.

Im E-Commerce Bereich ist zum Beispiel eine gekonnte Bildkomposition wichtig für die Produktdarstellung. Anders als in einem realen Geschäft sind Eigenschaften, Qualität und Funktion eines Produktes online nur durch visuelle Darstellungen und ergänzende Beschreibungen vermittelbar. In vielen Fällen werden Produkte einzeln, formatfüllend und vor einem neutralen Hintergrund gezeigt. Marketplaces wie Amazon oder eBay setzen diese Art der Darstellung voraus, um Produktbilder dort hochzuladen. Meist ist es zusätzlich möglich, Bilder zu integrieren, welche die Produkte in einem erklärenden und/oder emotionalen Kontext zeigen. Auf der eigenen Webseite, im eigenen Onlineshop oder im Bereich der Werbung ist dies generell immer möglich. Entscheidend ist eine ausgewogene Bildkomposition.

Die Drittelregel

In vielen guten Bildern befindet sich das Hauptmotiv nicht in der Mitte, sondern links oder rechts im Bild. Hier wurde die sogenannte Drittelregel (engl. „rule of thirds”) angewandt. Dabei wird das Bild in neun gleiche Segmente aufgeteilt. Zwei horizontale Linien teilen das Bild waagerecht in drei gleich große Bereiche. Zwei vertikale Linien teilen das Bild senkrecht in drei gleich große Bereiche. Das dabei entstehende Raster ist ein gutes Hilfsmittel, um das Hauptmotiv innerhalb des Bildes zu positionieren. Die Schnittpunkte, an denen sich die Linien kreuzen, sind für eine harmonische Komposition optimal. Die Drittelregel ist angelehnt an den Goldenen Schnitt, ist jedoch wesentlich einfacher umzusetzen und wird von vielen Kameramodellen mit einem praktischen Gitternetz-Modus unterstützt.

Br24 Blog Bildkomposition: Drittelregel - Junger Mann und Junge sitzen mit ihren Skateboards an einer Skateboardrampe

Perspektive und Tiefe

Direkt von vorn auf Augenhöhe. Diese klassische Perspektive haben viele Bilder. Das funktioniert oft sehr gut, kann aber schnell langweilig werden. Für eine spannendere Komposition lohnt es sich neue Blickwinkel auszuprobieren, zum Beispiel die Froschperspektive von unten, die Vogelperspektive von oben oder eine seitliche Ansicht. Das verleiht den Bildern gleichzeitig mehr Tiefe. Mehr Tiefe lässt sich ebenfalls durch eine Unterteilung des Bildes in Vorder-, Mittel- und Hintergrund erreichen sowie den geschickten Einsatz von Schärfe und Unschärfe. So vermittelt beispielsweise ein unscharfer Hintergrund eine gewisse Tiefe und sorgt gleichzeitig für weniger Ablenkung vom Hauptmotiv. Wichtig ist, dass das Hauptmotiv immer im Fokus bleibt und der Einsatz von Perspektive und Tiefe die Komposition unterstützt.

Br24 Blog Bildkomposition: Perspektive und Tiefe - Seitenansicht Diamantring vor unscharfem gelbem Hintergrund

Farben, Muster und Texturen

Strukturen sind nicht nur ästhetisch ansprechend, sie unterstützten auch die Bildkomposition. Dies kann durch Farben, Muster, Texturen, Kontraste oder auffällige Details erreicht werden. So sticht zum Beispiel ein farbiges Hauptmotiv vor einem monochromen Hintergrund besonders hervor. Wichtig ist, Farben, Muster etc. zu nutzen, die nicht nur gut wirken, sondern das Hauptmotiv positiv unterstützen. Zusätzlich bewirken Farben bestimmte Assoziationen. So wirkt Blau beruhigend, Grün natürlich und Rot energetisch. Zwei oder drei Hauptfarben in einem Bild sind genug. Bei der Nachbearbeitung können Farben durch Farbkorrekturen gezielt verstärkt werden.

Br24 Blog Bildkomposition: Farbe, Muster und Textur - Rosa Sneakers vor Hintergrund in drei verschiedenen Rosatönen

Hauptmotiv in den Fokus rücken

Accessoires, Dekorationen etc. unterstützen die Bildkomposition und lenken den Blick in eine bestimmte Richtung. Gleichzeitig setzen passende Hilfsmittel das Hauptmotiv in einen Kontext, sei es um die Verwendung eines Produkts oder einen bestimmten Lifestyle zu vermitteln. Dabei gilt immer „Weniger ist mehr”. Zu viele Elemente in einem Bild lenken den Blick des Betrachters ab. Daher sollten nur Elemente integriert werden, welche das Hauptmotiv und die Aussage des Bildes unterstützen sowie zur Bildkomposition beitragen.

Br24 Blog Bildkomposition: Hauptmotiv - gelber Badeanzug, mit weiteren Accessoires wie Hut, Ananas, Sandalen

Komposition mit freigestellten Motiven

Die Bildkomposition spielt nicht nur zum Zeitpunkt der Aufnahme eines Bildes eine große Rolle. Eine gelungene Bildkomposition zu erstellen ist auch nachträglich möglich. Beim Composing, auch Bildmontage genannt, werden zwei oder mehrere freigestellte Elemente (Freisteller und Alpha Maskierungen) zu ganz neuen Bildern zusammengefügt. Höchste Präzision und Qualität sind dabei für eine gute Bildkomposition entscheidend. So entstehen Bilder mit einer ganz besonderen Dynamik.